
Ich fotografiere seit mehr als dreizehn Jahren beruflich. Meisterprüfung, eigenes Studio, Bildsprachen für Unternehmen. Das ist die eine Hälfte. Sie hat mich Präzision gelehrt, jede Kante entschieden, jedes Licht gesetzt.
Die andere Hälfte ist die Straße. Wien, Ljubljana, Bratislava, Pula. Dort setze ich nichts. Ich warte, bis die Stadt etwas zeigt, und entscheide in dem Moment, ob es ein Bild ist. Meist ist es keines. Das ist in Ordnung.
Präzision und Unterbrechung. Beides im selben Bild.
Seit über einem Jahrzehnt arbeite ich auf Film, oft im Quadrat. Zwölf Bilder pro Rolle. Das verlangsamt alles, und genau das ist der Grund. Wer wenig Auslösungen hat, schaut länger, bevor er sieht.

Ich habe bei Bruce Gilden gelernt, wie nah man gehen kann. Ich bin ihm dafür dankbar und gehe trotzdem meist auf Abstand. Nähe ist bei mir die Ausnahme, die die Regel zeigt. Beobachten, nicht inszenieren. Würde, keine Sentimentalität.
Aus dem Fotografieren wurde irgendwann das Schreiben. Aus dem Schreiben das Lehren. Beyond Technique ist keine Schule für Technik. Es ist der Versuch, das Sehen zu erklären, bevor die Kamera ins Spiel kommt.
Ich begleite hier. Ich führe nicht an.
Wenn Sie hier etwas mitnehmen, dann vielleicht dieses. Die meisten Menschen schauen. Nur wenige sehen. Der Unterschied ist keine Ausrüstung. Er ist eine Entscheidung, die man jeden Tag neu trifft.
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